Welpen aus dem Zoogeschäft? – Das sollte man wissen

Setzen Welpen gekonnt ihren Hundeblick auf, erweichen sie das Menschenherz. Nicht umsonst tragen sie den Titel bester Freund des Menschen. Doch ein Hund ist kein Stofftier und hat viele Ansprüche. Bietet ein Zoogeschäft Welpen zum Verkauf an, ist die Gefahr der Spontan- und Mitleidskäufe erhöht. Denn viele Menschen können dem kuscheligen Vierbeiner nicht widerstehen. Unter speziellen Auflagen gemäß Tierschutz und Ordnungsamt ist es dem Zoogeschäft erlaubt, Welpen zu verkaufen. Die Welpen dürfen erst ab der neunten Lebenswoche zum Verkauf angeboten werden, ein Tierarzt muss sich rund um die Uhr um die Welpen kümmern können und der Käufer und die Herkunft der Welpen müssen registriert werden. Trotz der stillschweigenden Übereinkunft des Zentralverbandes zoologischer Fachbetriebe e.V. auf den Verkauf von Welpen freiwillig zu verzichten, bietet das ein oder andere Zoogeschäft Welpen an. Tierschützer raten aus gutem Grund von dem Kauf eines Welpen aus dem Zoogeschäft ab.

Das Zoogeschäft bietet keine Bezugsperson

Verbringen Welpen ihre zentrale Prägezeit zwischen der achten und zwölften Lebenswoche in einem Zoogeschäft, kann das ernsthafte Folgen haben. Die reizarme und isolierte Umgebung kann spätere Verhaltensstörungen wie Aggressivität, Angst oder Hyperaktivität verursachen. Welpen sollten direkt von ihrer Mutter zum Halter kommen, um eine gute und stabile Bindung zu ihm aufzubauen und sich an ihre zukünftigen Lebensumstände zu gewöhnen. Denn Hunde brauchen einen festen Sozialpartner; wechselnde Betreuungspersonen im Zoogeschäft bieten das nicht. Selbst fachlich qualifiziertes Personal kann die Bezugsperson nicht ersetzen. Zudem können Welpen in einem Zoogeschäft nicht verhaltensgemäß untergebracht werden: Der begrenzte Raum ist eine Qual für die Welpen, das Leben hinter Glas bedeutet permanenten Stress und sozialen sowie zeitlichen Ansprüchen kann das Pflegepersonal im Zoogeschäft nicht gerecht werden. Unsicher ist auch die Herkunft der Welpen, denn oft stammen die kleinen Vierbeiner im Zoogeschäft aus Massenzuchten. Potenzielle Käufer werden vom Zoogeschäft weder überprüft noch sachkundig beraten. Letztlich landen die Welpen im bereits überfüllten Tierheim.

Gute Züchter bieten mehr als das Zoogeschäft

Ein vertrauensvoller Züchter führt zeitintensive Gespräche mit potenziellen Käufern seiner Welpen. Er achtet darauf, dass Welpen und Familie charakterlich zusammen passen und der Vierbeiner gut aufgehoben ist. Schließlich kennt der Züchter seine Welpen vom Moment der Geburt an und sieht wie sich die Kleinen entwickeln, anders als im Zoogeschäft. Bei unverbindlichen Besuchen können Mutterhündin und Welpen im Heimatrudel angesehen werden. Tipps und Wissenswertes geben Züchter gerne mit auf den Weg.

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Mitglieder in Zuchtverbänden müssen ihre Zuchthunde sogar von ausgesuchten Veterinären kontrollieren lassen. Dabei wird auf rassetypisches Aussehen, den Charakter, aber auch Erkrankungen und Erbkrankheiten geachtet. Um den passenden Hundevater zu finden, werden oft weite Wege in Kauf genommen. Garantieren kann der Züchter nicht, dass seine Welpen immer gesund bleiben. Doch ihr Einsatz dafür ist groß. Meist werden Welpen vom Züchter geimpft, entwurmt, gechipt und tierärztlich begleitet. Trotzdem heißt es stets: Augen auf beim Hundekauf.